Standpunkt

Jagd ist für mich kein Hobby. Sie ist eine Entscheidung, wie ich mich zur Natur, zum Wild und zu mir selbst verhalte.

Wer jagt, greift in Leben ein. Das verlangt mehr als Können. Es verlangt Charakter. Und Charakter zeigt sich nicht im großen Moment. Er zeigt sich, wenn keiner zuschaut. In kleinen Entscheidungen. Im Umgang mit Verantwortung. Genau dort erkenne ich, wer ich als Jäger wirklich bin.

Ich glaube, dass nicht alles, was erlaubt ist, auch richtig ist. Ein Jäger ohne inneren Maßstab wird von außen geführt. Von Erwartungen. Von Anerkennung. Von dem Wunsch dazuzugehören. Das ist ein Weg, den ich bewusst nicht gehe.

Waidgerechtigkeit beginnt für mich nicht beim Schuss. Sie beginnt in der Haltung. In der Frage, warum ich etwas tue. Ob es der Sache dient oder nur meinem Bild nach außen.

Ich habe gelernt, dass wenn alles wegfällt, nur eines bleibt: ich selbst. Das ist kein bequemer Gedanke. Aber er ist ehrlich. Und er ist das Fundament, auf dem alles aufbaut, was ich tue und sage.

Jagd ist für mich keine Rolle und kein Bild. Sie ist eine innere Haltung. Jeden Tag. Nicht nur im Revier.